Großglockner - Der Berg ruft ...
(Tour-Blog der Steppenwolf-Crew - September 2008)
Am 7.9.08 begaben sich 6 unerschrockene Bergfexe nach Kals (Osttirol) um vom Lucknerhaus (ca.1.900m) aus den Großglockner zu besteigen. Nach 5,5 Stunden Autofahrt kamen wir um 15.00 uhr bei strömenden Regen am Parkplatz des Lucknerhauses an. Nach einem kurzen Motivationstrunk stapften wir los.

Vom Lucknerhaus folgten wir dem Weg >702< Richtung Lucknerhütte. anfangs ziemlich flach, dann ab einer Höhe von 2.060m wurde es steiler, vorbei bei der Lucknerhütte (2.241m), aufwärts bis zur Stüdlhütte (2.801m). Ohne Regen und Nebel hätten wir den Großglocknergipfel immer vor Augen gehabt ;-(
Völlig durchnässt bezogen wir unser Lager und wärmten uns in der Gaststube. nach einem Süppchen und einigen Hopfen & Malz-Getränken starteten wir in die Geruchs- und Schnarch-intensive Nachtruhe.

Am nächsten Morgen klarte es auf, und nach kurzem Frühstück begaben wir uns auf die nächste Tagesetappe. von der Stüdlhütte ziemlich flach nach Osten, dann steiler nach Norden zum westlichen Randwinkel des Ködnitzkees.


Mit den Steigeisen ging es dann in einer Sechserseilschaft über den Gletscher zum östlichen Randwinkel, weiter auf den teilweise versicherten Grat und über ihn zur Erzherzog-Johann-Hütte (3.454m).


Beim Aufstieg zur Hütte sah es vom Wetter her teilweise schon sehr gut aus, und wir dachten, dass die Sonne doch noch ganz durchkommen könnte. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht und, nach kurzer Pause tauchten wir tief in den Nebel ein.

Von der Adlersruhe ging es über den Firnrücken und weiter über den steilen Eishang (35°) des "Glocknerleitl's" an den Beginn der Felsen.

Von dort ging es aufwärts über den mit Eisenstangen versehenen Grat zum Kleinglockner und am Stahlseil hinab in die obere Glocknerscharte.

Die Scharte überschritten wir auf einem schmalen Felsband und kletterten weiter über steile Platten zum Gipfelkreuz. (3.798m)

Nachdem das Wetter nicht wirklich prickelnd war hielten wir uns nur kurz am höchsten Punkt Österreichs auf und machten uns wieder auf den Weg nach unten.

Ein kleiner Vorteil des schlechten Wetters war, dass der Gegenverkehr bei den Kletterpassagen nicht so schlimm war. es waren viel weniger Leute unterwegs als bei Schönwetter ;-) Um ca. 16.30 Uhr kamen wir zur Erzherzog-Johann-Hütte zurück und entschieden uns nicht mehr weiter abzusteigen. an diesem Abend merkten wir, dass Alkohol auf 3.454m doch etwas schneller ins Blut übergeht als in einer Wiener Kneipe. ;-)

Am nächsten Tag gab es ein Traumwetter und bei Sonnenaufgang machte sich schon eine riesige Menschenschlange auf den Weg zum Gipfel.


Nach einem gemütlichen Frühstück begannen wir mit dem Abstieg und auch von unten kamen uns laufend neue Seilschaften entgegen.

Zwischen Stüdlhütte und Lucknerhaus, kamen dann auch noch die Wanderer und Spaziergänger dazu und unten am Parkplatz konnten wir das "grias di", "grias eich", "servas", "hallo", usw. schon nicht mehr hören ;-) nach einer ausgiebigen Jause beendeten wir unser Bergerlebnis und fuhren zurück nach Wien.


